CM-Messung bei Estrich: Wann sie Pflicht ist, wie sie funktioniert und welche Grenzwerte nach DIN gelten
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CM-Messung bei Estrich: Wann sie Pflicht ist, wie sie funktioniert und welche Grenzwerte nach DIN gelten

13. Juli 20269 min Lesezeit

Alles über die Calciumcarbid-Messung (CM-Messung) zur Feuchtebestimmung im Estrich. Grenzwerte für Zement- und Calciumsulfatestrich, Probenahme, KRL-Methode und rechtliche Absicherung.

Ein frisch verlegter Estrich sieht nach wenigen Wochen an der Oberfläche hell, trocken und fest aus. Der Laie verleitet sich oft zu der Annahme: „Der Estrich ist trocken, wir können den Boden verlegen!“ Doch dieser optische Eindruck täuscht gewaltig. Während die obersten Millimeter durch die Raumluft rasch abtrocknen, befindet sich im Inneren des Estrichkörpers oft noch eine erhebliche Menge an überschüssigem Anmachwasser. Wird auf einen solchen Untergrund ein Bodenbelag verlegt, drohen katastrophale Bauschäden.

Die Calciumcarbid-Messung – kurz CM-Messung – ist im deutschen Bodenlegerhandwerk das maßgebliche, gerichtlich anerkannte Standardverfahren zur Ermittlung des Restfeuchtegehaltes und zur Feststellung der Belegreife von Estrichen. BODEN-WERK erklärt in diesem Fachbeitrag, wie die Messung abläuft, welche Grenzwerte nach DIN-Normen einzuhalten sind und warum elektronische Messgeräte eine CM-Messung niemals ersetzen können.

Warum ist die CM-Messung rechtlich und technisch zwingend notwendig?

Nach DIN 18365 (Bodenbelagarbeiten) und DIN 18356 (Parkettarbeiten) gehört die Prüfung der Belegreife zu den unverzichtbaren Prüfpflichten des Verlegers. Handelt der Bodenleger ohne dokumentierte CM-Messung und kommt es folglich zu Feuchtigkeitsschäden, haftet er vollumfänglich für den entstandenen Schaden.

Die physikalische Gefahr verbleibender Restfeuchte

Wird ein dampfdichter Belag (z. B. Designvinyl, PVC, Kautschuk) oder ein feuchteempfindlicher Belag (z. B. Holzparkett) auf feuchten Estrich verlegt, setzt eine verhängnisvolle Kettenreaktion ein: 1. Dampfsperrwirkung: Die Restfeuchte kann nicht mehr nach oben entweichen. Sie staut sich direkt unter dem Belag an. 2. Hydrolyse des Klebstoffs: Wasserlösliche oder disperse Klebstoffsysteme werden durch die aufsteigende alkalische Feuchtigkeit zersetzt. 3. Schimmel- und Geruchsbildung: Im feuchten Milieu unter dem Belag bilden sich Modergerüche und gesundheitsschädlicher Schimmelpilz. 4. Schüsselungen bei Parkett: Das Holz nimmt die Feuchtigkeit an der Unterseite auf und dehnt sich aus.

Physikalisch-chemisches Prinzip der CM-Messung

Die CM-Messung basiert auf einer präzisen chemischen Reaktion in einem geschlossenen Druckbehälter:

CaC2 + 2 H2O -> C2H2 + Ca(OH)2

CM-Messung bei Estrich: Wann sie Pflicht ist, wie sie funktioniert und welche Grenzwerte nach DIN gelten – Bild 1

Calciumcarbid (CaC2) reagiert mit dem in der Estrichprobe enthaltenen freien Wasser (H2O) zu Acetylengas (C2H2) und Calciumhydroxid (Ca(OH)2). Da das Reaktionsgefäß starr und hermetisch abgedichtet ist, führt das entstehende Gas zu einem Druckanstieg. Dieser Druck ist direkt proportional zur vorhandenen Wassermenge und wird an einem zertifizierten Manometer in bar abgelesen und über eine Calibriertabelle in CM-Prozent (CM-%) umgerechnet.

Schritt-für-Schritt: Der normgerechte Ablauf einer CM-Messung nach DIN 18560-4

  1. Festlegung der Messstelle: Bei unbeheizten Flächen erfolgt die Probennahme an mehreren repräsentativen Stellen. Bei Heizestrichen darf ausschließlich an den vom Fachplaner ausgewiesenen Messstellen entnommen werden.
  2. Probenentnahme aus dem Querschnitt: Das Material muss über die gesamte Stärke des Estrichs entnommen werden. Die oberste Schicht (ca. 1 cm) wird verworfen.
  3. Zerkleinerung & Einwägen: Das entnommene Estrichmaterial wird in einer Mörserschale zerkleinert. Mit einer Präzisionsfederwaage werden exakt 20 g (bei Zementestrich) oder 50 g (bei Calciumsulfatestrich) abgewogen.
  4. Befüllung des Druckbehältlers: Die abgewogene Probe wird zusammen mit vier Stahlkugeln und einer Glasampulle mit Calciumcarbid in die CM-Flasche gegeben.
  5. Zertrümmerung & Schütteln: Die Flasche wird fest verschlossen. Durch kräftiges Schütteln zertrümmern die Stahlkugeln die Glasampulle. Nach exakt 10 bis 15 Minuten wird der Enddruck am Manometer abgelesen.

Die normativen Richt- und Grenzwerte für Belegreife

| Estrichart | Beheizung | Max. Feuchte | | :--- | :--- | :--- | | Zementestrich (CT) | Unbeheizt | <= 2,0 CM-% | | Zementestrich (CT) | Beheizt | <= 1,8 CM-% | | Calciumsulfatestrich (CA/CAF) | Unbeheizt | <= 0,5 CM-% | | Calciumsulfatestrich (CA/CAF) | Beheizt | <= 0,3 CM-% |

Wichtiger Praxishinweis von BODEN-WERK: Bei Calciumsulfat-Fließestrichen (CAF) ist der Grenzwert von 0,3 CM-% bei Fußbodenheizung strikt einzuhalten, da Calciumsulfat bei Feuchte und Erwärmung seine Festigkeit verliert!

Warum elektronische Messgeräte nicht ausreichen

Auf Baustellen sieht man häufig Messgeräte mit zwei Metallkugeln oder Elektroden, die auf den Boden gedrückt werden. Es handelt sich hierbei um dielektrische/kapazitive Widerstandsmessgeräte.

CM-Messung bei Estrich: Wann sie Pflicht ist, wie sie funktioniert und welche Grenzwerte nach DIN gelten – Bild 2

Diese Geräte sind exzellente Indikatoren, um feuchte Zonen aufzuspüren. Aber: Sie messen lediglich die Leitfähigkeit der obersten 10 bis 20 mm. Salze, Gitterarmierungen oder Feuchtigkeitsschwankungen in der Raumluft verfälschen das Ergebnis massiv. Vor Gericht und nach DIN-Norm haben kapazitive Messwerte keinerlei Beweiskraft.

Die KRL-Methode als moderne Ergänzung

Bei modernen Schnellzementestrichen kommt immer häufiger die KRL-Methode (Korrespondierende Relative Luftfeuchte) zum Einsatz. Dabei wird Estrichgut in einem beutelversiegelten Messraum isoliert. Gemessen wird die relative Luftfeuchte im Hohlraum über der Probe. Als belegreif gilt die Fläche meist bei einem KRL-Wert von <= 75 % r.F.

Fazit & Sicherheit mit BODEN-WERK Herford

Die CM-Messung ist das verlässliche Instrument zum Schutz Ihrer Investition. BODEN-WERK führt bei allen Estricharbeiten in Herford und Umgebung normgerechte CM-Messungen durch, dokumentiert die Ergebnisse in gerichtsverwertbaren Messprotokollen und berät Sie fachkundig bei Verzögerungen im Trocknungsverlauf. So wird Ihr neuer Fußboden auf einer garantiert belegreifen Basis verlegt.

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